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Indischer OzeanReisen

Malediven – es muss nicht immer eine Touristeninsel sein

Fuvahmulah Beach

Einfach davon träumen, mal weg zu fliegen ohne Tourismus und ohne Luxus; so wie sich vielleicht viele Nicht-Pauschal-Bucher ihren Urlaub wünschen. Malediven bekannt dafür, auf den kleinen Inseln zu faulenzen, sonnenbaden, ab und zu mal ins Wasser zum Schwimmen, Schnorcheln oder mal Tauchen gehen. Das ist die allgemeine Vorstellung eines Urlaubes auf den Malediven.

Die Malediven

sind ein eigenständiger Staat mit eigener Schrift und Sprache. Sie bestehen aus etwa 1200 Inseln, von denen 200 bewohnt und nochmals 100 Inseln touristisch erschlossen sind. Keine der Inseln ragt höher als 10 Meter aus dem Wasser und man würde sie wohl schnell mit dem Schiff übersehen, wenn nicht die Palmen darauf wachsen würden. Wir wollen aber etwas anderes; nicht über einen Reiseveranstalter eine Pauschalreise buchen und vorgefertigte Programme absolvieren. Wir wollen auf eine Insel, die einfach noch keiner kennt. Spannend? Auf jeden Fall für uns schon. In der Tauchercommunity wird erzählt, dass seit etwa drei Jahren eine einheimische Malediveninsel für den “kleinen” Tourismus freigegeben wurde.

Male Airport Malediven

Das macht uns neugierig.

Eine noch nicht vom Tourismus erschlossene Insel und mit unglaublichen Taucherlebnissen? Fast nicht vorstellbar. Wir forschen nach, fragen Insider und bekommen zur Antwort: wenn dann Fuvahmulah, die fast südlichste Insel der Malediven; 5 km lang und ca. 1,5 km breit. Ein paar Guesthäuser und ein paar Tauchbasen. Das macht neugierig. Aufgrund ihrer Artenvielfalt wurde die Insel zum Biosphärenreservat der UNESCO erklärt. Das Atoll umfasst eine Vielfalt an Biodiversität von seiner Korallen-, Mangroven- bis hin zu Feuchtgebietssystemen (auch als Khili bekannt). Rund um Fuvahmulah, sind die Riffsysteme unter anderem Heimat bedeutender Haipopulationen, wie von Tiger-, Fuchshaien, Silvertips und Walhaien. Dort soll der Tigerhaispot überhaupt, sowie faszinierende Tauchgänge mit Mantas und anderem Grossfisch möglich sein. 

Tigerhaie sind unsere erklärten Lieblinge (viele unserer Freunde schütteln nur noch mit dem Kopf, wenn sie uns hören) und da wollen wir hinfliegen. 

Raus aus dem Alltag, weg von Corona. Die notwendigen Formalitäten und Tests (vor dem Abflug – während des Urlaubs und nach dem Urlaub) nehmen wir gerne in Kauf, um das Gehörte und Gelesene wirklich zu erleben. 

Fuvahmulah

Die Flüge und die Tauchbasis

Dive Point sind schnell gebucht und  die Tauchbasis empfiehlt uns die Unterkunft “Veyli Guesthouse” eine gute und günstige Adresse. Also buchen wir für 14 Tage diese abenteuerliche und ganz besondere Reise. Hier arbeiten die erfahrensten Tauchguides, die Locals, die mit dem Meer aufgewachsen sind. Sie kennen jede Ecke der Insel und das Meer. Sie erkennen an der Wasseroberfläche schon, wie die Strömung fließt und sie wissen, wo wir die beeindruckendsten Taucherlebnisse haben werden. 

Wir wissen nur, dass wir unsere Tauchklamotten und ein paar leichte Kleidungsstücke und natürlich unsere Unterwasserkameraausrüstung mitnehmen werden. Und wissen, dass auf uns ein ganz besonderes Erlebnis wartet. 

Nach 10 Stunden Flug bis nach Male

geht es mit einer zweimotorigen Propellermaschine weiter für rund zwei Stunden nach Fuvahmulah über das türkisfarbene Meer. Überall, bis zum Horizont verteilt liegen die kleinen Inseln der Malediven, wie kleine und große Spiegeleier, die aus den riesigen Kratern früherer Vulkankegel, den jetzigen Atollen, übrig geblieben sind. 

Anflug Malediven

Das Flugzeug setzt auf dem Airstrip der Insel auf.  Wir werden herzlich von einem der vielen Helfer der Tauchbasis  begrüßt und in unsere Herberge gebracht, die wir für die nächsten 14 Tage bewohnen werden. 

Am nächsten Tag lernen wir Saeed und Idhu kennen; unsere zwei Locals, die uns auf die Tauchgänge für die nächsten Tage vorbereiten. 

„Wann endlich geht es zu den TIGERHAIEN??“  Beide lachen und beruhigen uns. “Ihr werdet genug davon sehen”. Ein bis zwei Tauchgänge am Tag mit Tigerhaien wäre für uns unvorstellbar schön und das zu 100% garantiert!? Der Spot unmissverständlich “Tiger Zoo” oder “Tiger Point” genannt, liegt unmittelbar vor der Hafeneinfahrt der Insel. Ein kleiner Fischereihafen mit ein paar Tauchschiffen.

Hafen und Fischmarkt Fuvahmulah

Morgens um 7:00 Uhr

kommen die Fischer mit Ihrem Tunfischfang zurück und verkaufen den frischen Fisch auf dem Markt. Von den Inselbewohnern wird der Fang begutachtet und hart über den Preis verhandelt, bis sich alle handelseinig geworden sind. Dann wird der Tunfisch speisefertig gemacht. 

Fischmarkt Fuvahmulah

Jetzt wird’s spannend; die Reste wie Fischköpfe, Gräten oder Innereien werden in großen Fässern gesammelt und sind die idealen Köder, um Tigerhaie anzulocken. Schon früher fuhren die Fischer bis zur Hafenausfahrt und entsorgten dort die Fischreste. Dass damit die Tigerhaie angelockt wurden, ist erst seit einigen Jahren bekannt und der Hauptgrund unserer Reise. 

Carola und Fischköder

 

Tigerhaie

sind mit die größten Predatoren der Weltmeere, daher gehen wir mit unserer Erfahrung von den Tauchgängen auf den Bahamas am Tiger-Beach mit einer großen Ehrfurcht an die Tauchgänge ran. Wir halten uns an die Anweisungen der Tauchguides und steigen das erste Mal auf 8-10 Meter am farbenprächtigen Riff ab, um auf die Tigerhaie zu warten. Der Köder wird vom Boot aus in das Wasser gekippt, die von oben herunter fallenden Fischköpfe werden eingesammelt und unter Steinen versteckt.

vgTiger Zoo Fuvahmulah

Sie kommen!

Wie schnüffelnde Hunde suchen sie kopfüber nach den leckeren Happen. Mit unvorstellbare Kraft wuchten die Tiere die großen Steine zur Seite, um an ihren Fund zu kommen. Große Fischschwärme, aufgewühlter Sand und im Hintergrund kommen die teilweise riesigen Tiere aus dem diffusen Licht auf uns zu; ganz nah. Sie begutachten uns und wir sehen ihnen in die Augen.

Tiger Point Fuvahmulah

Wir sind überzeugt davon, dass wir mit ihnen interagieren können. 12-15 Tigerhaie um uns herum sind während der 45 minütigen Tauchgänge keine Seltenheit. Junge zwei Meter große Kerle, schwangere riesige „Big Mamas“ und die von  Verletzungen gezeichneten Tiere, die verstümmelte Rücken- oder Schwanzflossen hatten, Fischhaken im Maul, sogar der traurig berühmte „Pirate“ war anwesend. Ein Angelhaken hatte ihm das linke Auge so start verletzt, dass nur noch eine große Narbe vom Auge übrig blieb. Alle waren auf der Suche, um ein Stück der “Beute” zu erhaschen; wir waren für sie unwichtig.

Tiger Zoo Fuvahmulah

 

Tiger Zoo Fuvahmulah

 

Aber nicht nur der Tauchspot „Tigerpoint“

hat uns zu unglaublich schönen Tauchgängen eingeladen, sondern auch verschiedene Riffe mit wunderschönen Unterwasserlandschaften, großen Fischschwärmen und Silberspitzen- Weißspitzen- und Grauhaie. Und wenn wir früh morgens auf fast 50 Metern die eleganten Fuchshaie gesehen haben, dann wissen wir, dass Fuvahmulah alles bietet, was ein Taucherherz höher schlagen lässt. Heißer Tip: von April bis Mai kommen die großen Oceanic Mantas, die besonders zahlreich bei Vollmond zu beobachten sind! Mit einer Spannweite bis zu 5 Metern fliegen die friedlichen Planktonfresser auf uns zu und lassen uns fast vergessen, auf unsere Geräte nach Luft, Tiefe und Nullzeit zu schauen. 

Oceanic Manta Fuvahmulah

Die Insel hat zum Glück bis jetzt ihre Ursprünglichkeit bewahrt.

Das mag auch daran liegen, dass die Inselbewohner streng moslemischen Glaubens sind. Frauen ist es untersagt, egal ob Touristin oder Einheimische, sich am Strand oder in den türkis blauen Wellen im Badeanzug oder gar Bikini zu zeigen. Es müssen Arme und Beine bedeckt sein. Die einheimischen Frauen schwimmen mit Kleidern. Auch wir nehmen die Vorgaben ernst (Caro badet in Leggins und T-Shirt), denn wir sind hier die Gäste und genießen die gute Laune, die Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit der Bewohner. Überall werden wir freundlich begrüßt und uns wird zugewunken, das macht gute Laune. 

Carola und Matthias

Auch kulinarisch muss sich Fuvahmulah nicht vestecken!

Kleine Lokale an jeder Straßenecke, die wir bequem mit den uns vom Guesthouse zur Verfügung gestellten Fahrrädern erreichen. Die typische maledivische Küche besteht natürlich aus Variationen verschiedener Tunfischleckereien mit Gemüse und Reis. Oder darf es mal ein frischer Lobster oder leckere Shrimps sein? Noch ein Geheimtip: Unbedingt die frisch gepressten Fruchtsäfte probieren oder direkt am Strand beim Händler aus der frisch aufgeschlagenen Kokosnuss  das leckere und gesunde Kokosnusswasser geniessen. Und alles zu wirklich erschwinglichen Preisen.

Sonnenuntergang auf Fuvahmulah

Fuvahmulah – eine besondere Insel und ein ungeschliffener Diamant, die noch lange so bleiben soll wie wir sie kennen gelernt haben. 

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