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Planet EarthWelt der Haie

Haie und warum wir sie so faszinierend finden

Tiger Beach Bahamas

Haie und warum wir sie so faszinierend finden

Freunde und Bekannte, denen wir erzählen, dass wir mit Haien tauchen, erklären uns für verrückt oder für wahnsinnig und schauen uns ungläubig an. Nein, wir sind nicht verrückt und auch nicht suizidgefährdet. Wir sind einfach von diesen Tieren fasziniert und darum möchten wir mit diesem Artikel versuchen, allen Lesern zu erklären, was uns an Haien so beeindruckt. Wir haben die Verhaltensweisen gegenüber Haien gelernt, wie wir uns in unmittelbarer Nähe zu ihnen aufhalten können.

Um zu verstehen, warum diese Tiere so unglaublich beeindruckend sind, wollen wir versuchen zu erklären, was Haie überhaupt sind. 

Seit über 400 Millionen Jahren leben Haie in den Ozeanen. Sie haben sich im Laufe dieser Zeit (man bedenke! vor den Dinosauriern!!!) verändert, weiterentwickelt und spezialisiert. Somit leben die Haie in allen Meeren in bis zu über 1000 Metern Tiefe; ernähren sich wie der harmlose Walhai oder der Riesenhai von Plankton bis hin zu den größten Predatoren, den fleischfressenden Räubern, dem Tiger-, Bullen- und dem Weißen Hai. Mittlerweile unterscheidet die Wissenschaft ca. 500 verschiedene Haiarten.

Es gibt also nicht den Hai, sondern eine unglaublich große Vielfalt von verschiedenen Gattungen. Der Hai steht an der Spitze der natürlichen Nahrungskette und hat die Aufgabe, für das natürliche Gleichgewicht im Meer zu sorgen. Zu vergleichen sind diese Haie mit den großen Räubern an Land wie die großen Raubkatzen oder Bären. Die größeren Haie haben keine natürlichen Feinde und kontrollieren die Population der Beutefische, indem sie kranke und schwache Fische erbeuten. Ihr Bestand bleibt durch die späte Reproduktionsfähigkeit immer verhältnismäßig niedrig. Somit gehören die großen Haie wie auch die Pottwale oder die Orcas, sogar die Delfine, zu den Topräubern der Meere.

Von den 500 verschieden Arten gehören die Haie vom 16 bis 20 cm kleinen mit einem Gewicht von 150 Gramm schweren Laternenhai über den harmlosen riesigen und planktonfressenden Walhai bis zum sieben Meter großen jagenden Weißen Hai einer Art an. In die Überordnung der „echten“ Haie gehören etwa fünf Haiarten, die den Menschen gefährlich werden könnten. Überwiegend mit diesen Haien geschehen pro Jahr ca. 100 Unfälle, von denen fünf bis zehn tödlich enden. Zum Vergleich sterben pro Jahr an  Unfällen mit Elefanten bis zu 500 Menschen! Und um es auf die Spitze zu treiben; jedes Jahr sterben etwa 25.000 Menschen an Hundebissen.

In Australien ist es zum Beispiel 20 mal wahrscheinlicher zu ertrinken, als von einem Hai gebissen zu werden und in den USA ist es 16 mal wahrscheinlicher, von einem Blitz getroffen als von einem Hai angegriffen zu werden. Und die Wahrscheinlichkeit, sich durch ein Selfiefoto zu verletzen oder zu schaden zu kommen, ist um ein vielfaches höher, als durch einen Haibiss verletzt zu werden.

Warum es zu Haiunfällen kommt

Haie halten sich gerne nicht nur im offenen Meer auf, sondern überall dort, wo er Beute vermutet. Das kann in der Nähe von Sandbänken, Flussmündungen oder auch Docks und Stegen sowie Surfspots sein. Die Ursache liegt darin, dass dort für den Hai eine verlockende Geräuschkulisse durch Plantschen oder Rudern mit Flossen und Surfbrett erzeugt wird. Brandungswellen, die sehr sauerstoffhaltig sind, werden von Haien bevorzugt, weil Sie damit reichlich „frische Luft“ durch ihre Kiemen tanken können. Piers und Docks sind für Haie interessant, weil Essensabfälle und Angler mit den Ködern an den Angelhaken den Hai anlocken. Surfer sind nicht deswegen gefährdet, weil der Hai von seiner Betrachtungsweise vermutet, dass er es hier mit einer Robbe zu tun hat. Dies ist eine Vermutung, die mittlerweile widerlegt ist. Es sind eher die Paddelgeräusche, die einen Hai anlocken. Auch hier sind für den Surfer klare Regeln einzuhalten, wie er sich im Meer zu verhalten hat.

Am Ende stellen wir immer wieder fest, dass die meisten Haiunfälle in dichtbesiedelten Regionen passieren. Der Mensch lässt den Tieren keinen Platz und Raum mehr, um auf Jagd zu gehen. Der Mensch begreift einfach nicht, dass er sich in einer für ihn unnatürlichen Umgebung aufhält. 

Die Zonen und Phasen 

Die Gefahr, als Taucher angegriffen zu werden, ist gleich null. Hierzu haben wir von Dr. Erich Ritter  in Seminaren genügend Informationen und Beweise erhalten können, um die so oft besagte Gefährlichkeit der Haie zu widerlegen. Natürlich sind hierzu ganz klare Regeln einzuhalten, die es zu erlernen gilt. Die Begegnung mit den großen Haien ist ein Erlebnis, das uns immer wieder den Atem stocken lässt. Groß und majestätisch kommen sie auf uns zu und schauen uns interessiert an, um ihre immer gleichen wiederkehrenden Kreise zu drehen. Hierbei achten wir darauf, dass wir erkennen, in welchen Entfernungsphasen wir uns befinden und wie sich ein ankommendes Tier verhält.

Man unterscheidet die vier Phasen der Distanz. Die grüne Phase ist die entspannte Phase, in der sich der Hai im Abstand von ca. 10 Metern auf Distanz hält. Dabei sind wir als Taucher gefordert, entspannt zu atmen, das Tier zu beobachten und keine hektischen Bewegungen zu machen. Übrigens; jede noch so hektische Bewegung bewegt den Hai nicht dazu anzugreifen, sondern zu flüchten. Im Übergang zur gelben Phase wird der Hai neugierig und interessiert sich für uns. Das geschieht im Abstand von ca. zwei bis vier Metern.  Dabei achten wir immer darauf, uns als Buddyteam  zusammenzuschließen. Zu zweit wirken wir einfach größer 😊. Wir nehmen dazu noch die vertikale Stellung ein und stehen mit dem Rücken zueinander. Somit können wir die unglaublichsten Szenen mit den Haien beobachten. In der roten Phase möchte uns unser Freund näher kennen lernen. Man kann dieses Interesse damit vergleichen, wenn uns etwas besonders gefällt, dass wir es anfassen und betrachten möchten. Der Hai hat aber keine Hände; somit möchte er einen Probebiss (anfassen und fühlen, was das ist) machen. Soweit geht dann unsere Liebe zu den Tieren doch nicht. Mit ausgestrecktem Arm schieben wir das Tier ganz vorsichtig hinter den Kiemen zu Seite. Er wird vielleicht versuchen, zurück zukommen. In der tiefroten Phase bedrängt der Hai den Taucher. Hier heißt es, wirklich ruhig zu bleiben. Flossen und Beine sowie auch Arme möglichst ruhig und am Körper zu halten. Gegebenenfalls mit der Kamera fester auch im Bereich der Kiemen und Augen zu drücken und mit dem Buddy zusammen das Wasser zu verlassen. Wir sind bis jetzt noch nie in die letze Phase geraten! 

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FACE-GUIDE-PUSH-MOVE

Wir wissen und wir kennen jetzt die Antworten der Leser “Klar, der Hai weiß das auch“, „Und wenn er doch zubeißt?“ Nein, soweit denken wir nicht. Wir haben gelernt, mit den Haien zu tauchen und von Dr. Erich Ritter das Verhalten „Face-Guide-Push-Move“ auszuprobieren. Es gelingt immer. Wir wissen, daß Tauchen mit Haien nicht ungefährlich ist. Wir befinden uns in fremdem, für uns unnatürlichem Medium und haben es mit Raubtieren zu tun. Auch wenn wir uns in Savannen oder Steppen aufhalten, müssen wir damit rechnen, auf Raubtiere zu stoßen. Bei einer Raubkatze gilt eine Regel, nur die der Katze. Und diese Regel ist klar und eindeutig. Angriff – mein Revier!

Wir haben unter anderem die großen Tigerhaie von Tiger Beach Bahamas erleben dürfen. Eine winzig kleine Region, in der Haie geschützt sind und die Regierung erkannt hat, dass mit dem Haitourismus mehr zu verdienen ist, als mit dem Haifang. Wie bei dem Whale Watching Tourismus haben mittlerweile einige Regierungen auf der ganzen Welt erkannt, dass ein lebender Hai mehr Geld einbringt, als ein toter Hai. Wir haben die großen Weißen Haie vor Guadalupe gesehen. Dafür eine ordentliche Menge Geld bezahlt und einige Strapazen auf uns genommen, um diese unglaublichen Tieren zu erleben. Wir werden immer wieder diese genialen Tauchfahrten unternehmen. Wir werden solche Erlebnisse nicht vergessen. 

 

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